Akademische Reitkunst

Dieses Wochenende war ich auf einem Treffen des Arbeitskreises akademische Reitkunst. Das Treffen fand in Erkrath, auf dem Hof von Julia Deuerlein statt. Julia bietet mobilen Unterricht in und um Erkrath und Düsseldorf an, wobei sie Ihren Schwerpunkt auf die Gymastizierung und Gesundhaltung sowie altersgerechte Ausbildung von Pferd und Reiter legt - www.reiten-in-harmony.de 

 

Akademische Reitkunst... was steckt hinter diesem "hochtrabenden" Begriff? 

 

"Der Begriff Akademische Reitkunst bezeichnet urprünglich die Reitkunst, wie sie in Europa an den Akademien der Renaissance unterrichtet wurde. Die Reitkunst war bis in diese Zeit hinein eine Kriegskunst, die zu erlernen für junge Fürsten lebensnotwendig war (......) Bemerkenswert ist, das Pluvinel sich für eine gewaltfreie Ausbildung des Pferdes (und des Reiters) aussprach, und dass er mit der von ihm gelehrten Methode am königlichen Hof auch solche Pferde ausbildete, die ihm für die ihnen zugedachte Aufgabe nicht talentiert erschienen. Er nutzte also die Ausbildung nicht nur, um die Fähigkeiten des Pferdes nutzen zu können, sondern auch, um sie zu verbessern. Seine Überlegungen zur Pädagogik sind von der Liebe zum Tier und zur Reitkunst geprägt (....)

 

In der Gegenwart bedeutet Akademische Reitkunst die Verschmelzung alten und neuen Wissens sowie alter und neuer Ideale. Zu Quellen alten Wissens gehört die Literatur Xenophons, Pluvinels, Guérinières, Newcastles, Steinbrechts und zahlreicher anderer Autoren. Zum neuen Wissen gehören moderne Erkenntnisse um physiologische Zusammenhänge, die man früher vielleicht erahnte, aber nicht erklären konnte. Zu den alten Idealen gehört das Bestreben, jedes Pferd im Rahmen seiner eigenen individuellen körperlichen und geistigen Fähigkeiten so zu fördern, das es an Körper und Geist gesund, stark und prächtig wird (anstatt es so formen zu wollen, dass es einer Norm entspricht), zu den neuen Idealen zählt der Anpruch, dem Pferd neben dem Lebensinhalt der Zusammenarbeit mit dem Menschen auch ein artgerechteres Leben zu ermöglichen, als dies in früheren Zeiten oft der Fall war. In einigen Zitaten von Bent Branderup, dem wichtigsten Erneuerer der Akademischen Reitkunst in der heutigen Zeit, sind wichtige Leitsätze zusammengefasst:

"Zwei Geister müssen wollen, was zwei Körper können."
"Die Dressur ist für das Pferd da, nicht das Pferd für die Dressur."

 

(Quelle: http://www.kathrintannous.de/)

 

Leider meinte es Petrus an diesem Sonntag nicht gut mit uns und es regnete den ganzen Tag! Zum Glück hat Julia eine Halle auf Ihrer Anlage und so blieben Pferd und Reiter dann doch weitestgehend trocken! Es war schön einen Tag mit Gleichgesinnten zu verbringen, die das Pferd als Partner sehen und nicht als "Ding" das funktionieren muss, wenn das Wetter mal wieder schön ist und man reiten will oder ein Turnier ansteht. Menschen, die akzeptieren, wenn der Partner vielleicht mal nicht so gut drauf ist und ihn fordern, wenn er bereit ist, dass Beste zu geben. Ich bin froh ein Teil dieser Gruppe zu sein und hoffe, dass sich noch mehr Pferdemenschen finden die nach den gleichen Grundsätzen und Prinzipien mit ihrem Pferd umgehen möchten!

 

Der Arbeitskreis bietet die Möglichkeit eben diese Gleichgesinnten in der Region kennenzulernen und sich gegenseitig bei Fragestellungen zu unterstützen und sich auszutauschen. Ich werde demnächst öfters Kurse zum Thema akademische Reitkunst, auf dem Hof von Julia begleiten!

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